Mehr Teilzeit – weniger AHV-Beiträge?
Wie beeinflusst der Trend zu Teilzeitarbeit die AHV-Finanzen? Eine Analyse der vergangenen Jahre zeigt: Unter dem Strich überwiegen die positiven Effekte der höheren Erwerbsbeteiligung von Frauen.
Dieser Schwerpunkt wird laufend ergänzt
Teilzeitarbeit spielt eine immer wichtigere Rolle in der modernen Arbeitswelt. Insbesondere in der Schweiz entscheiden sich viele Menschen bewusst für ein reduziertes Arbeitspensum, um Beruf, Familie, Weiterbildung oder persönliche Interessen besser miteinander zu vereinen. Doch diese Arbeitsform bringt nicht nur Vorteile, sondern wirft auch Fragen im Zusammenhang mit der sozialen Absicherung auf: Wie wirkt sich Teilzeitarbeit auf die Altersvorsorge aus? Wie sind Teilzeitarbeitende bei Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit oder Mutterschaft abgesichert? Und welche finanziellen Folgen hat Teilzeitarbeit für die Versicherungen? Antworten finden sich in diesem Schwerpunkt.
Wie beeinflusst der Trend zu Teilzeitarbeit die AHV-Finanzen? Eine Analyse der vergangenen Jahre zeigt: Unter dem Strich überwiegen die positiven Effekte der höheren Erwerbsbeteiligung von Frauen.
Tausende Menschen in der Schweiz arbeiten unfreiwillig Teilzeit – oft, weil ihnen grössere Pensen verwehrt bleiben. Für die Betroffenen bedeutet dies nicht nur finanzielle Unsicherheit, sondern auch eine zunehmende psychische Belastung.
Die Geburt des ersten Kindes führt bei Müttern in der Schweiz zu einem langfristigen Rückgang des Erwerbseinkommens. Für mehrfache Mütter hat dies unter anderem tiefere Leistungen der Erwerbsersatzordnung zur Folge, wie neue Berechnungen des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) zeigen.
Lebensentscheidungen und Erwerbsmodelle wirken sich auf Einkommen und Vorsorge aus. Mit dem digitalen Tool «Cash or Crash» des Frauendachverbands Alliance F lassen sich die finanziellen Folgen individuell berechnen.
Der Anstieg der Teilzeitarbeit stellt die berufliche Vorsorge vor neue Herausforderungen. Überobligatorische Lösungen – etwa ein pensenabhängiger Koordinationsabzug – gewinnen deshalb an Bedeutung.
Ein gutes Angebot an familienergänzender Kinderbetreuung sowie Teilzeitarbeit erleichtern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wer in tiefen Pensen arbeitet, setzt jedoch möglicherweise seine soziale Absicherung und berufliche Laufbahn aufs Spiel.
Fast 40 Prozent der Erwerbstätigen in der Schweiz arbeiten Teilzeit. Je nach Alter, Geschlecht und Beruf zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede.
Wer mehrere Jobs hat oder Teilzeit arbeitet, erreicht in der zweiten Säule oft die Eintrittsschwelle nicht – und ist damit nicht obligatorisch in der beruflichen Vorsorge versichert. Eine tiefere Eintrittsschwelle, ein tieferer Koordinationsabzug und die Aufhebung der Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenerwerb könnten die Situation verbessern.